Erfolg braucht Energie.
- Janine Zika
- vor 12 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Aber was, wenn sie langsam ausgeht?

Sonntagabend, kurz vor 22 Uhr. Der Laptop ist eigentlich schon zugeklappt. Trotzdem wird noch einmal nach den Mails geschaut. Nicht weil etwas brennt — sondern weil das Nicht-Schauen sich schlimmer anfühlt als das Schauen.
Am nächsten Morgen reicht dann schon eine Kleinigkeit: Ein Kind will beim Frühstück etwas erzählen, die Antwort kommt einsilbig und gereizt. Im ersten Meeting des Tages eine scharfe Reaktion auf eine Nebensächlichkeit, über die man sonst gelacht hätte. Der eigentliche Arbeitstag hat noch gar nicht begonnen.
Nach außen läuft das Unternehmen. Die Zahlen stimmen, das Team funktioniert, im Meeting wirkt alles souverän. Bezahlt wird an anderer Stelle — zuhause, in der Geduld mit den eigenen Kindern, in einer Beziehung, die zunehmend als Ventil für die eigene Anspannung herhalten muss.
Die Angst, die dahinter steht, spricht kaum jemand aus: am Ende beruflich erfolgreich zu sein — aber ausgebrannt, gesundheitlich angeschlagen und um die eigenen Beziehungen gebracht.
Laut Hernstein Management Report 2024/25 erleben 70 Prozent der Führungskräfte in Österreich heute deutlich mehr Stress als noch vor 20 Jahren. Fast jede zehnte gibt an, sich in der Freizeit kaum oder gar nicht mehr erholen zu können.
Das hat selten mit fehlender Disziplin oder schlechtem Zeitmanagement zu tun.
Es hat mit etwas Grundlegenderem zu tun: Energieverschleiß — der fortlaufende Verbrauch von Energie, Konzentration und Erholungsfähigkeit, wenn die Anforderungen des Alltags die Möglichkeiten zur Regeneration dauerhaft übersteigen.
Was dabei oft übersehen wird: Geschäftsführer und Führungskräfte gestalten nicht nur ihre eigenen Arbeitsbedingungen, sondern auch die, unter denen andere im Unternehmen entscheiden und Leistung erbringen. Wer hier ansetzt, verändert beides gleichzeitig — die eigenen Bedingungen und die der Organisation drumherum.
Ich begleite Geschäftsführer und Führungskräfte technologieorientierter, wissensintensiver Unternehmen dabei, ihre eigene Leistungsfähigkeit und die ihrer Organisation nachhaltig zu erhalten — genau dort, bei den Bedingungen menschlicher Leistungsfähigkeit als Ausgangspunkt für Führung.
Was das auf Dauer mit einer Organisation macht, ist eigentlich die interessantere Frage.
In den nächsten Beiträgen zeige ich zwei konkrete Beispiele, wie das in der Praxis aussieht.



Kommentare